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Ron Paul und die Medien

Mit gemischten Gefühlen habe ich als bekennender Ron Paul Anhänger gestern das Ergebnis des Straw Polls in Iowa verfolgt. Diese Abstimmung ist eine Art inoffizielle Vorwahl für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten. Ein dortiger Sieg hat zwar noch keineswegs eine offizielle Nominierung zur Folge, vermittelt jedoch ein gutes Bild über das Mobilisierungspotential der einzelnen Kandidaten.

Das Ergebnis sieht wie folgt aus: Die erzkonservative Michele Bachmann gewinnt mit 4823 Stimmen hauchdünn vor Ron Paul mit 4671 Stimmen. Weit abgeschlagen an dritter Stelle liegt Tim Pawlenty, welcher zuvor noch als einer der Favoriten gehandhabt wurde. Ein bemerkenswerter Erfolg für Paul, der seine Stimmen im Vergleich zu 2008 vervierfachen konnte. Ohne den Heimvorteil von Bachmann, welche in Iowa geboren wurde, wäre ein Sieg vermutlich sicher gewesen.

Doch in Medien hört man kaum etwas von dem Abgeordneten aus Texas, welcher lediglich 11 Mal in den Kongress gewählt wurde und somit mit seiner politischen Erfahrung alle Konkurrenten in den Schatten stellt.
Sofortiger Abzug der Truppen aus Afghanistan und dem Irak und Legalisierung von Drogen sind nur zwei der Themen, welche den bekennenden Anhänger der Österreichischen Schule der Nationalökonomie bei konservativen Medien unbeliebt machen. Trotzdem trifft Paul mit seiner Forderung nach konsequenten Ausgabenkürzungen, einer Wiedereinführung des Goldstandards und dem Ende der Federal Reserve den Nerv der Zeit.

Hätte Ron Paul die Wahl gewonnen, hätten die Medien vermutlich berichtet, dass ein Sieg in Iowa für die offizielle Nominierung ja eh nichts zur Sache tut. Mit einem knappen zweiten Platz lässt sich die Wahl jedoch weder als unwichtig abtun, noch kann man Paul in die Verliererrolle drängen.
Und so ist es erstaunlich wie amerikanische und deutsche Medien es schaffen den zweitplatzierten in einen kleinen Nebensatz zu verdrängen während man lieber vom unglücklichen dritten, Tim Pawlenty, oder dem texanischen Gouverneur Rick Perry berichtet, welcher seine Kandidatur erst gestern, während der laufenden Abstimmung verkündet hatte.

Dieses Video gibt ein paar sehr gute Beispiele davon: http://www.youtube.com/watch?v=l_Mk87f0Xgw

Ich stimme nicht mit allen Forderungen von Paul überein, aber seine libertäre Message ist authentisch und im Gegensatz zu seinen republikanischen Konkurrenten bietet er Lösungen, wenn auch oft unkonventionelle, und ein eigenes Programm anstatt hohler Phrasen. Im Gegensatz zu den keynesianischen, Schuldenberg-bauenden Demokraten und den fundamentalchristlichen, republikanischen Kriegstreibern wäre Ron Paul wohl die einzige vernünftige Wahl.
Leider sind die amerikanischen Medien im Ignorieren von Wahlerfolgen genauso gut wie der ORF.

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